Wie Familien Kinder in der digitalen Welt gut begleiten können

Früher als gedacht

Schon jedes dritte Kind im Alter von 6 oder 7 Jahren, das online ist, nutzt regelmäßig WhatsApp. Das zeigt die aktuelle KIM-Studie. Die Anbieter selbst sehen dafür ein Mindestalter von 13 Jahren vor. Die digitale Welt kommt also nicht erst mit dem Übertritt, sondern mitten in der Grundschulzeit bei unseren Kindern an. Oft schneller, als Eltern und Schule es erwarten.

Bedienen können heißt nicht verstehen

Kinder wischen, tippen und klicken ganz selbstverständlich. Was hinter einem Video steckt, ob etwas Werbung ist oder ob eine Nachricht stimmt, können sie aber noch nicht einschätzen. Genau dafür brauchen sie Erwachsene, und zwar weniger mit Technikwissen als mit Lebenserfahrung.

Ein Bild hilft dabei: Den Schulweg üben wir mit unseren Kindern Schritt für Schritt. Erst gehen wir an der Hand, dann daneben, später behalten wir sie nur noch im Blick, und irgendwann gehen sie allein. In der digitalen Welt ist das nicht anders. Grundschulkinder gehören in die ersten beiden Stufen.

Drei Dinge, die im Familienalltag tragen

  • Kinder nicht allein lassen. Lassen Sie sich die Lieblingsapp oder das Lieblingsspiel zeigen: „Was findest du daran toll?“
  • Klare Regeln vereinbaren. Feste Zeiten, handyfreie Orte und gemeinsam getroffene Absprachen geben Sicherheit, für Kinder und Eltern.
  • Im Gespräch bleiben. Kinder holen sich Hilfe, wenn sie keine Strafe fürchten müssen, gerade dann, wenn online etwas schiefgeht.

Zur Orientierung bei der Bildschirmzeit: Die medizinische Leitlinie empfiehlt für 6- bis 9-Jährige höchstens 30 bis 45 Minuten, und das nur an einzelnen Tagen und gemeinsam mit einem Erwachsenen. Für 9- bis 12-Jährige sind es höchstens 45 bis 60 Minuten.

Diese Werte gelten für die Freizeit. Hausaufgaben am Bildschirm zählen ausdrücklich nicht dazu, und auch das Lernen mit digitalen Medien im Unterricht ist etwas anderes: Dort arbeiten die Kinder angeleitet und begleitet, mit einem klaren Lernziel. Einen Tipp gibt die Leitlinie trotzdem: Schauen Sie ruhig hin, ob Ihr Kind am Tablet gerade wirklich Hausaufgaben macht.

Medienbildung bei uns: im Alltag mit dabei

Auch an unserer Schule ist der Umgang mit digitalen Medien Thema, meist nicht als eigenes Projekt, sondern ganz selbstverständlich im Unterricht und im Schulalltag. Der Flyer bündelt, was wir Eltern dazu mitgeben möchten. Denn Medienerziehung gelingt am besten, wenn Schule und Elternhaus an einem Strang ziehen.

Selbst gestalten statt nur konsumieren

Am meisten lernen Kinder, wenn sie selbst etwas erschaffen, erleben oder entdecken. Ein schönes Beispiel ist der bayernweite Kurzfilmwettbewerb Logg Dich Aus: Kinder drehen kurze Filme über ihre Erfahrungen im Netz. Es gibt eine eigene Kategorie für die Grundschule (loggdichaus.de).

Zum Weiterlesen

Die vollständige Elterninformation mit Tipps zum ersten Smartphone, zu sicheren Geräteeinstellungen, zu KI-Chatbots, zu Cybermobbing und mit Anlaufstellen für den Ernstfall finden Sie hier zum Herunterladen:

Elterninformation „Online mit Köpfchen“

Für Eltern älterer Kinder (10 bis 15 Jahre) bietet die Stiftung Medienpädagogik Bayern seit Kurzem die Seite elternmedien.info an, mit Erklärvideos und Antworten auf häufige Fragen.